Der rechtsradikale HU-Professor Jörg Baberowski plant ein offizielles Forschungszentrum, das „Diktaturen als alternative Ordnungen“ untersuchen soll. Das ist vollkommen wörtlich gemeint. Der Inhaber des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte fiel in den letzten Jahren vor allem durch seine Verharmlosung der Nazis („Hitler war nicht grausam“), seine Hetze gegen Geflüchtete („Merkel muss die Grenzen dicht machen“) und den Aufbau eines „Rechten Salon“ in Berlin auf, zu dem bekannte Rechtsradikale wie Thilo Sarrazin, Dieter Stein und Karlheinz Weißmann gehören.

„Es ist keine Ordnung vorstellbar, die nicht auf Hierarchien und soziale Ungleichheit gegründet wäre“, behauptete Baberowski bereits in seinem Buch „Räume der Gewalt“. Jetzt widmet er sich der Überlegung, wie man angesichts von wachsender Opposition gegen Rechtsruck, Militarismus und soziale Ungleichheit diktatorische Regime legitimieren kann:

„Welche Versprechungen macht die Diktatur ihren Untertanen, und wie verbinden sich diese mit den Wünschen, Hoffnungen und Absichten ihrer Anhänger und Mitläufer? In welchem Ausmaß ist die Diktatur darauf angewiesen, Furcht und Schrecken zu erzeugen und Gewalt einzusetzen, um Gefolgschaft an sich zu binden?“

Ausdrücklich stützt sich Baberowski bei seinen Überlegungen auf Carl Schmitt, den berüchtigten „Kronjuristen des Dritten Reichs“. Schmitt hatte 1934 mit seiner Schrift „Der Führer schützt das Recht“ die vollständige Machtübernahme Adolf Hitlers juristisch zu rechtfertigen versucht. 1936 erklärte er die Nürnberger Rassegesetze zu einer „Verfassung der Freiheit“. Zu Ehren dieses Nazi-Juristen hielt Baberowski im Oktober 2016 auf Einladung der „Carl-Schmitt-Gesellschaft“ an der HU die „Carl-Schmitt-Vorlesung“.

Diesem rechtsradikalen Professor, der seine braune Anhängerschaft inzwischen per Twitter auf studentische Veranstaltungen hetzt, soll nun ein eigenes „Interdisziplinäres Zentrum für vergleichende Diktaturforschung“ ausgehändigt und finanziert werden. Hier soll ausdrücklich ein „Think Tank“ aufgebaut werden, wie es im offiziellen Antrag an den Akademischen Senat der HU heißt. Es sei „auch das Ziel des Zentrums, der Politik Angebote zu machen, die im Alltag der Entscheidungsfindung Verwendung finden können“. Geht es nach Baberowski, soll die HU diesem Forschungszentrum für die kommenden drei Jahre 50.000 Euro bewilligen.

Über den Antrag wird am Dienstag, 15. Januar 2019 im Akademischen Senat der HU Berlin im öffentlichen Teil verhandelt (offizieller Beginn: 9:45 Uhr im Senatssaal).

Die IYSSE lehnen die Einrichtung eines solchen Zentrums und die Zusammenarbeit der Unileitung mit Rechtsextremisten entschieden ab. Schon in unserem Wahlaufruf schrieben wir: „Die IYSSE treten zu den StuPa-Wahlen an, um eine sozialistische Bewegung gegen Militarismus und Krieg, soziale Ungleichheit und den Aufstieg der extremen Rechten aufzubauen. Wir wollen verhindern, dass die Universitäten wie vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wieder in staatlich gelenkte Kaderschmieden für rechte und militaristische Ideologie verwandelt werden.